Training

Wir unterrichten Wing Chun Kung Fu und Qi Gong. Zusätzlich geben wir Einführungsseminare in die daoistische Philosophie und Meditationspraxis Tai Ji Qi Dao.

Wing Chun

Bis vor wenigen Jahrzehnten war Wing Chun, von ein paar wenigen Orten in Südchina abgesehen, gänzlich unbekannt. Ab den 1950er Jahren erlangte es durch Großmeister Yip Man und dessen Schülern, allen voran dem Filmstar Bruce Lee, zunächst in Hongkong und später weltweit immer größere Bekanntheit. Heute wird diese faszinierende Kampfkunst – die der Legende nach von einer Shaolin Nonne entwickelt und dem jungen Mädchen Yim Wing Chun gelehrt wurde – weltweit von Millionen Menschen praktiziert.

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Im Westen verbreitete sich Wing Chun vor allem als effektives Selbstverteidigungssystem, mit dem selbst auf engstem Raum die Verteidigung gegen körperlich überlegene Gegner möglich ist. Da es sich bei Wing Chun aber um einen Jahrhunderte alten, ganzheitlichen Kung Fu Stil handelt, stellt der Selbstverteidigungsaspekt im traditionellen Wing Chun, wie es in China von authentischen Meistern noch heute gelehrt wird, nur einen von vielen Gesichtspunkten dar. Der Fokus liegt viel mehr auf der umfassenden Schulung des eigenen Körpers. Durch Training des korrekten Standes, dem Aufbau der richtigen Körperstruktur, Verbesserung der Koordination und dem richtigen Maß zwischen Körperspannung auf der einen Seite sowie körperlicher und geistiger Entspannung auf der anderen Seite, wird erlernt, den eigenen Körper so optimal wie möglich einzusetzen.

Die Besonderheit in unserer Schule ist, dass wir selbst von drei unterschiedlichen Wing Chun Richtungen jahrelang intensiv gelernt haben und somit verschiedene Zugänge kennenlernen konnten und diese auch in unseren Trainings an unsere SchülerInnen weitergeben – hier mehr zum Aufbau unseres Wing Chun-Systems.

Qi Gong

long-zentrum-christoph-qigongAuch wenn viele der Bewegungsformen auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurückblicken, ist die Bezeichnung Qi Gong noch relativ jung. Dieser Sammelbegriff soll darauf hinweisen, dass mit Hilfe dieser Übungen am freien Fluss der universellen Lebensenergie (Qi) gearbeitet wird (Gong = arbeiten, bemühen).

Ursprünglich gehen alle Qi Gong-Bewegungen auf traditionelle daoistische oder buddhistische Schulen zurück und waren in einer ganzheitlichen Lehre und Philosophie eingebettet. Im Laufe der Zeit verselbstständigten sich manche dieser Bewegungsübungen und wurden sowohl im Bereich der Kampfkunst als auch zur Gesundheitserhaltung und -förderung eingesetzt. Deshalb stehen viele der heutzutage gelehrten Qi Gong-Formen in Verbindung mit der traditionell chinesischen Medizin (TCM) und haben durch die Verbindung von speziellen Bewegungen, Atemtechnik und Vorstellungsübungen vielseitige positive Auswirkungen auf das körperliche und geistige Wohlbefinden.

In unserem Zentrum werden eine Vielzahl unterschiedlicher Qi Gong-Formen unterrichtet.

Tai Ji Qi Dao

In vermutlich allen alten Hochkulturen gab es bereits vor Jahrtausenden Menschen, die bei der Suche nach Erkenntnissen und Verständnis des Seins über die Grenzen der sichtbaren, vertrauten Welt hinausgehen wollten. Im Zustand absoluter, meditativer Stille entdeckten unsere Vorfahren das Wirken bestimmter Energien, die sie zu erforschen und kultivieren begannen. In China waren dies die ersten Daoisten, auf deren Erkenntnisse vieles zurückgeht. Die Liste ist lang: Yin und Yang, die fünf Elemente,  Feng Shui, die traditionelle chinesische Medizin sowie Bewegungslehren wie Qi Gong, Tai Ji und alle inneren Kampfkünste fußen auf daoistischer Weisheit.

Während fast alle alten Kulturen untergegangen sind und mit ihnen meist ein Großteil des Wissen, reichen die Wurzeln der chinesischen Kultur rund 7.000 Jahre zurück. Bis ins 20. Jahrhundert konnte das Wissen, das über Jahrhunderte oft im Geheimen von Meister zu Schüler überliefert wurde, weitgehend ungestört überleben. Im Laufe der Zeit hatten sich in China 8 große Schulen herausgebildet, die als Yangsheng Xiuzhen – Schulen der Lebenspflege und Suche nach Wahrheit bezeichnet wurden. Dabei handelte es sich um 5 daoistische und 3 buddhistische Schulen, die allesamt das Erreichen des Daos (buddhistisch: Erleuchtung) zum Ziel hatten und einen vollständigen Weg lehrten, der zu diesem Ziel führen kann. Während der Kulturrevolution wurde aber innerhalb weniger Jahre alles unternommen, um dieses Wissen mit aller Härte für immer auszulöschen. Unzählige Meister wurden verfolgt und getötet und viele dieser Schulen gingen für immer verloren.

long-zentrum-kalligraphie-tianbearbeitetEine Sonderstellung unter diesen 8 Schulen nimmt seit jeher die Tai Ji Men (heute: Tai Ji Xue) Schule ein . Ihr Stammlinienhalter Meister Fang Fu hat die Gräuel der Kulturrevolution überlebt und 1989 beschlossen, die Schule, in der seit dem 3. Jahrhundert das Wissen geheim von Meister zu meist nur einem Schüler weitergegeben wurde, nach außen hin zu öffnen.

Um das Wissen und die meditative Übungspraxis gut weitergeben zu können, hat Meister Fang Fu für den Einstieg ein Übungsprogramm mit Namen Tai Ji Qi Dao (kurz: Qi Dao) entwickelt. Durch diese Qi Dao-Kurse soll interessierten Menschen auf der ganzen Welt ermöglicht werden, mit daoistischer Weisheitslehre und der damit untrennbar verbunden Meditationslehre in Kontakt zu kommen. Der erste Kurs kann von speziell zertifizierten, fortgeschrittenen SchülerInnen von Meister Fang Fu geleitet werden. Seit Oktober 2015 sind Christoph und Angelika die einzigen zertifizierten Qi Dao 1-Lehrer in Österreich und organisieren in regelmäßigen Abständen Tai Ji Qi Dao-Einführungsseminare. In einem nächsten Schritt wird interessierten SchülerInnen die Möglichkeit geboten, Kurse bei Meister Fang Fu direkt zu besuchen. Das Weiterlernen darüber hinaus ist nicht mehr in Kursen möglich und von Meister Fang Fu und dem eigenen Fortschritt abhängig.