Geschichte

Der kleine und der große Drache

1999 lernen wir uns in einem Urlaubsort in Kroatien kennen. Es ist nicht nur der Beginn unserer Geschichte, sondern auch gleichzeitig der Ort, an dem wir beide erstmals mit Wing Chun in Berührung kommen. Nicht einmal ein Jahr später beginnt Christoph, obwohl er in Wien wohnt, in Graz im Center Zmugg Wing Chun zu trainieren. Ende 2001 ermutigt ihn sein erster Lehrer Perry Zmugg, eine kleine Wing Chun-Übungsgruppe in Wien ins Leben zu rufen.

Training in der Turnhalle (2005) und in unserer Schule in der Schönbrunner Straße (2007)

Vier Jahre lang trainieren wir in einer Turnhalle und die Gruppe wächst nach Anlaufschwierigkeiten stetig. 2006 folgt die Gründung des ersten Zentrums Siào Long im fünten Bezirk. Ab diesem Zeitpunkt nehmen wir, nach Abschluss einer ersten Qi Gong-Ausbildung, Qi Gong ins Programm und Angelika beginnt ebenfalls zu unterrichten. Nicht einmal ein Jahr später sind die Trainings so voll, dass wir keine weiteren Leute mehr aufnehmen können.

Es folgt die Gründung des Zentrums Dà Long im siebten Bezirk. Wir unterrichten nun beide sowohl Wing Chun als auch Qi Gong parallel in beiden Zentren und sind es gewohnt, in einer Übungsgruppe bis zu 40 Personen gleichzeitig zu betreuen. 2010 schließen wir eine weitere, sehr umfangreiche Qi Gong-Ausbildung bei der Familie Wu in Deutschland ab. Nach zahlreichen, jahrelangen Trainingsfahrten nach Graz und Deutschland führt uns im selben Jahr unser Weg das erste Mal nach China.

Unsere Reisen nach China

Nach zehn Jahren Wing Chun-Training in Europa kommen wir in Kontakt mit Meistern im Ursprungsland dieser Kampfkunst. Tief beeindruckt kehren wir zurück und können unsere neu geknüpften Kontakte bereits 2011 vertiefen: Donald Mak, der Meisterschüler von Chow Tse Chun (✝ 2017, einer der langjährigsten Schüler Yip Mans), besucht uns in Wien und hält in einem unserer Zentren ein Seminar ab. Im Herbst desselben Jahres reisen wir nach Hong Kong und weiter nach China, um zu trainieren.

long-zentrum-wien-waffen-am-see_1000x470Bei einer Vorführung in einer chinesischen Wing Chun Schule

In Guolo werden wir als erste Europäer als Privatschüler von Lu Jiang Quan akzeptiert. Damit beginnt für uns eine intensive Ausbildungszeit, die von weiteren Reisen nach Hong Kong und China geprägt ist. Die Beziehung zu Donald Mak vertieft sich zunehmend und wir erlernen Schritt für Schritt, im Rahmen von unzähligen Privatstunden, sein gesamtes Wing Chun-System.

2012, nach einer Phase der intensiven Beschäftigung mit Qi Gong-Stehübungen, ist es für uns notwendig, noch einmal auf die Suche zu gehen, um den passenden Lehrer im energetischen Bereich zu finden. Zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits unzählige Meister getroffen und Kontakte geknüpft, aber es fehlt jemand, der abseits der Kampfkunst fähig ist, uns bei der Erkenntnissuche zu unterstützen. 2013 treffen wir unseren daoistischen Lehrer Fang Fu erstmals in Kiel.

Der Weg in die Tiefe

Im Frühling des gleichen Jahres  eröffnen wir das Zentrum Shui Long im siebten Bezirk, in dem besonders interessierte SchülerInnen in Kleingruppentrainings gefördert werden. Im Herbst 2013 schließen wir unsere erste Schule im fünften Bezirk, um Druck von uns zu nehmen. Wir wollen nicht mehr an drei Standorten gleichzeitig unterrichten.

Da unser daoistischer Lehrer seit vielen Jahren in Thailand lebt, beginnen wir nun jährlich nach Thailand zu reisen. 2015 werden wir von ihm dazu aufgefordert, selbst Qi Dao-Einführungsseminare abzuhalten. 2016 ist es uns erstmals möglich, mit einer Gruppe von SchülerInnen zu unserem Lehrer zu reisen.

long-zentrum-teepauseZur gleichen Zeit verlassen wir – zur Überraschung vieler – unsere große Schule Dà Long. Es ist uns klar, dass der Weg für uns nicht weiter in die Breite, sondern ab nun noch mehr in die Tiefe führen muss, damit das Ergebnis unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden kann. Es ist für uns wichtig, unserer eigenen Entwicklung genug Raum geben zu können. Gleichzeitig verlagern wir unseren Unterrichtsschwerpunkt auf kleinere Gruppen und die gezielte Förderung von besonders interessierten SchülerInnen.

Was für den Außenstehenden wie ein Schritt zurück wirken mag, ist für uns das Resultat einer langen, persönlichen Entwicklung. Unser Haus an der Donau dient dabei als Außenstelle unseres Zentrums in Wien und wird in regelmäßigen Abständen für einen tiefergehenden Austausch in der Kampfkunst als auch in der meditativen Praxis für interessierte SchülerInnen geöffnet.